Dienstag, 15. November 2016

Zörbig – kleine Stadt mit Schloss und Wassermühle in Sachsen-Anhalt



Vom 3.- 4. Dezember 2016 ist Weihnachtsmarkt im Schlosshof Zörbig



An einem Wintertag des vergangenen Jahres führt mich mein Weg, eher zufällig, nach Zörbig. Das ist die Stadt, aus der der berühmte Zuckerrübensirup und die Rühlmann Orgeln kommen. Mit dem Auto bin ich schon oft durchgefahren, nun war es Zeit für einen Stadtbummel. Dabei entdeckte ich Erstaunliches und landete zum Abschluss bei der Zörbiger Schlossweihnacht. Denn gerade an jenem Wochenende fand im Schlosshof der Weihnachtsmarkt des Städtchens statt. Doch dazu später.


Blick auf den Schlossturm Zörbig


Paradies, Ägypten und der Zörbiger Saftjunge




Zörbig gibt es schon seit mindestens 961, damit ist es die älteste Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Es ist eine kleine Kleinstadt, dennoch finden Ägypten, Rotes Meer und das Paradies in der Innenstadt Platz - seltsame Straßennamen für einen mitteldeutschen Ort.










Wie fast jede Stadt besitzt auch Zörbig einen Marktplatz, auf dessen Nordseite steht eine schöne Postdistanzsäule. Von dort benötigte eine Postkutsche früher 31 und ne halbe Stunde bis nach Dresden. Das Rathaus ist auch ein netter Blickfang und natürlich der Brunnen mit dem Saftjungen, der leckeren Rübensaft schleckt.




Ein unübersehbarer Rest der mittelalterlichen Stadtmauer ist der Hallesche Turm, im Rahmen einer Stadtführung dürfen Besucher auch hinein und hinauf. In seiner Nachbarschaft steht noch das Haus des ehemaligen Henkers der Stadt.

Orgelbau-Anstalt, Skulpturen Park und die Mühle am Teich


Orgelbau-Anstalt Wilhelm Rühlmann



Viele Kirchen in Sachsen-Anhalt sind mit einer Rühlmann-Orgel ausgestattet. Diese Orgeln kamen aus Zörbig, das weiß ich erst, seit ich vor dem Gebäude der ehemaligen Orgelbau-Anstalt Wilhelm-Rühlmann stand. Es blieb als Denkmal der Industrie- und Musikgeschichte Sachsen-Anhalts erhalten.




Einen ehemaligen Friedhof haben die Zörbiger zu einem hübschen Park umgestaltet. Dessen Parkwege führen durch einen Skulpturenpark bis hin zu einer historischen Wassermühle, die einst vom Strengbach angetrieben wurde. Engagierte Handwerker und der Heimatverein haben die fast zerfallene Mühle liebevoll restauriert und einen Teich angelegt. Das alte Mühlrad dreht sich wieder, da kein fließendes Gewässer da ist, treibt ein Elektromotor das Rad an und das Wasser des Teiches plätschert zur Show. Es ist ein idyllisches Plätzchen geworden, das einen Besuch lohnt.

Wassermühle in Zörbig




Schloss Zörbig mit Bergfried und Weihnachtsmarkt




Während der Durchfahrten mit dem Auto war es mir nie aufgefallen, das Schloss Zörbig mit den Resten der steinernen Burganlage und dem Bergfried. Es liegt auf einem Hügel und trotzdem ziemlich versteckt, nur der Turm und weithin hörbare Weihnachtsmusik lockten mich dorthin.


Ich kam auf einen kleinen aber feinen Weihnachtsmarkt mit Bühne, Märchenwald und Verkaufsständen. In einer riesigen Pfanne brutzelten hausgemachte Kartoffelpuffer, es duftete nach Glühwein und Zuckerwatte. In der Burgschenke fand ich ein warmes Eckchen zum Aufwärmen, später besichtigte ich den Burgturm von innen und stieg die vielen Stufen bis unter sein spitzes Dach hinauf. 







In den Räumen des Schlosses befindet sich heute ein interessantes Heimatmuseum, das von ehrenamtlichen Mitgliedern des Heimatvereines betrieben wird.













Der nächste Weihnachtsmarkt im Schloss Zörbig findet am 3. und 4. Dezember 2016 statt. Ein buntes Programm ist angekündigt, unter anderem treten, der Männergesangsverein Stumsdorf, der Stadtchor Zörbig-Radegast und die Bläsergruppe Spören auf. Selbstverständlich kommt der Weihnachtsmann vorbei, das Weihnachtspostamt hat geöffnet, es gibt Märchenstunden und vieles mehr. Ich freu mich auf die Schlossweihnacht Zörbig 2016.

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