Samstag, 4. Juni 2016

Ausflug nach Nordhausen in Thüringen

Nordhausen liegt in Thüringen, ungefähr in der Mitte Deutschlands, und ist über die Autobahn 38 recht gut erreichbar. Es ist eine hübsche Kleinstadt mit langer Geschichte, alten Fachwerkwerkhäusern, kopfsteingepflasterten Straßen und Treppenkäfern. Wir haben in dem Jugendgästehaus Rothleimmühle ein nettes Zimmer gebucht, um die Stadt zu erkunden und ein paar Geocaches zu suchen.


Nordhausen – Stadt der Treppen und Treppenkäfer

In der Stadt gibt es einige Höhenunterschiede zu überwinden, schließlich befinden wir uns am Rande des Südharzes. Treppen führen bergauf und bergab, die oft von einem Treppenkäfer bewohnt werden. Ein Multi-Geocache ist einem Teil dieser Nordhäuser Spezies von Krabbeltieren gewidmet und markiert damit unseren Stadtrundgang. Zusätzlich haben wir einen Stadtplan aus der Unterkunft mitgenommen, auf der alle Treppenkäfer eingezeichnet sind.


Treppenkäfer Hummrich




Gar nicht weit von der Rothleimmühle entfernt, an der Altendorfer Stiege, begegnen wir dem Käfer Hummrich.










Er ist ein lernbegieriges Exemplar seiner Art, hockt auf einem dicken Buch und erhielt seinen Namen von Namen von den Gebäuden des Humboldt-Gymnasiums. So zumindest ist es auf der Webseite der Treppenkäfer nachzulesen. 









Hier in Nähe befand sich einmal das Barfüßer Tor der Stadtmauer, die Stelle ist heute ein von siegen Stationen des innerstädtischen Luther-Weges. Das dazugehörige Schild erinnert an jenes abgerissene Stadttor.





Feiningerblick und hölzerner Roland

Auf dem Weg von Käfer zu Käfer kommen wir an vielen Sehenswürdigkeiten Nordhausens vorbei, zum Beispiel an der Blasii-Kirche, deren Anblick Lyonel Feininger zu zwei Bildern inspirierte.

Feiningerblick in Nordhausen






Der Punkt, an dem der Maler vermutlich seine Skizzen machte, ist als Feiningerblick mit einer Informationstafel gekennzeichnet. 











Wenige Schritte entfernt bietet sich das Kaffee Sahne mit leckerem Kuchen zur Rast an. Allein die Inneneinrichtung ist einen Besuch wert.

Käfer Froebicus sitzt vor der Stadtinformation, sein Sponsor hat ihn nach dem ägyptischen Skarabäus benannt. Gleich gegenüber steht, schon mindestens seit 1360, das Alte Rathaus. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es natürlich verändert, brannte aus und wurde wieder aufgebaut.


Rathaus mit hölzernem Roland


Heute zeigt es sich im Renaissancestil, allerdings hat sich auch noch alte Bausubstanz an den gotischen Fenstern und am Turm erhalten. Alt ist auch der überdachte Standplatz, auf dem der hölzerne Roland steht.








Die bunte Figur, Symbol der freien Stadt, ist ein Duplikat, das Original aus dem Jahr 1717 lässt sich im Neuen Rathaus bewundern.

Übrigens ist der originale Roland Nordhausens einer von den letzten drei Rolandfiguren aus Holz.

Auf dem Petersberg

Im Jahr 2004 fand in Nordhausen die thüringische Landesgartenschau statt, davon profitiert das Stadtbild noch heute. Vor allem dem Gelände auf dem Petersberg, um den Petriturm, hat dies offensichtlich gut getan. Dort oben gibt es unter anderem einen Kletterturm und mit der Ritterburg den wahrscheinlich schönsten Spielplatz der Stadt. 


Treppenkäfer gibt es auch, ein ganzer Treppenkäferzug krabbelt die Treppe zu der Parkanlage hinauf und oben sitzt noch Selina Marie, der Kinderkäfer.


Treppenkäferzug












Wer mit Kindern unterwegs ist, kann auf dem Petersberg in Nordhausen sicher einige schöne Stunden verbringen.




Wir gehen die nächste Treppe abwärts und haben dabei ständig zwei Riesenflaschen "Echter Nordhäuser Doppelkorn" vor Augen.








Sie stehen auf dem Produktionsgelände der Spirituosenfabrik Nordbrand Nordhausen. In der Kornstadt wird schon seit rund 500 Jahren Korn zu Schnaps gebrannt. Wie viele Körner für eine Flasche benötigt werden, wo das Getreide dafür herkommt und noch viel mehr erfahren die Besucher der Traditionsbrennerei in der Grimmelallee. Natürlich gibt es nicht nur einen Käfer zu diesem Thema, die Doppelkörner Henry und Henriette machen es sich auf der Rähmentreppe gemütlich.
















Treppenkäfer TeleFunny erwartet uns nah bei diesem sanierten Plattenbau mit Fensterläden.






Rund um den Altstadtkern sind viele Teile der alten Stadtbefestigung erhalten, schon auf dem Petriberg haben wir imposante Reste der Wehranlage der freien Reichsstadt bestaunt.









Die Treppenstufen bei Käfer Jacob bringen uns hinauf zum Primariusgraben, einem der zugeschütteten Wallgräben, die zu einem Spazierweg ausgebaut sind. Diesem Pfad folgen wir und genießen dabei immer wieder die grandiose Aussicht auf die Stadt und weit ins Land.

Mit QR-Code den Dom besichtigen


An der Wassertreppe verlassen wir den Rundweg, natürlich erst, nachdem wir den um-die Ecke-Käfer Ecki und den Wasserträger-Käfer gründlich besichtigt haben. Von hier ist es nicht weit vom Dom. Während der regelmäßigen Domführungen erfahren Interessenten viel Wissenswertes über die Geschichte und die sehenswerten Schätze der Stiftskirche. Außerdem geht die Pfarrgemeinde mit der Zeit und nutzt QR-Codes, um Besuchern mit Smartphone durch den Dom zu führen.
Und so hört sich die Orgel des Nordhäuser Domes an. 





Wieder einmal hat sich unser Hobby Geocaching sehr schön mit einem Altstadtbummel verbinden lassen. Wir rechnen noch die Zielkoordinaten aus und suchen die Dose.













Suche nach Geocaches auf dem Gehege und im Stadtpark




Zeit für fürs Abendessen in der Rothleimmühle, wir haben ordentlich Hunger und der freundliche Koch hat genügend Essen vorbereitet. Ende März wird es ja schnell dunkel, wir schnappen unsere Taschenlampen und brechen bald zum Nachtcachen auf. Wir besuchen das „Nordhäuser Gehege bei Nacht“, dazu müssen wir den Hang hinter der Herberge hinauf zur Gehegesiedlung. Besagtes Gehege ist, laut offizieller Stadtwebseite, der älteste Naturpark der Stadt, immerhin begann die Aufforstung schon 1738. Jetzt ist es ein beachtliches Waldstück mit verschlungenen Wegen und mehreren Gedenksteinen. An dem Denkmal von Turnvater Jahn startet unser Nachtcache, mit unseren Lampen suchen und finden wir winzige Reflektoren, die uns den Weg zur Dose weisen.





Unser zweiter Tag in Nordhausen ist dem Cache „erste Nordhisser Letterbox“ gewidmet, der mit einem Spaziergang durch den Stadtpark verbunden ist. Vor 150 Jahren war das Gelände noch ein Sumpfgebiet, das immer mal wieder von der Zorge überflutet wurde. Das Flüsschen ist inzwischen durch einen Damm gebändigt und ab 1880 entstanden die Wege, Teiche und Brunnen.

Stattliche Bäume sind seither herangewachsen, erfreun das Auge und spenden Schatten. Eine Bank aus Brockengranit erinnert an Friedrich Schiller, eine Reformatorenbank gibt es auch. Bei dem schönen Wetter ist natürlich der große Abenteuerspielplatz gut besucht, genau wie der Tierpark mit dem Streichelgehege. Wir genießen die Sonne, rechnen während des Picknicks die Zielkoordinaten aus und hinterlassen bald darauf unseren Fingerabdruck in deren Logbuch.


Weitere Tipps für den Besuch in Nordhausen

Park Hohenrode

Liebhaber englischer Landschaftsgärten kommen sicher in dem Park Hohenrode auf ihre Kosten. Es ist ein historisch bedeutsamer Park mit Villa und Kutscherhaus. Ein Förderverein bemüht sich die arg mitgenommenen Gebäude zu sanieren. Dabei wird sicher helfen, dass der Park zu einer Außenstelle der BUGA 2021 in Erfurt auserkoren wurde.

Das Badehaus

Sei 1906 besitzt Nordhausen schon ein Badehaus.http://www.badehaus-nordhausen.de/ Von Außen beeindruckt das Gebäude mit seiner Jugendstilfassade, innen lockt es zum Baden und Saunieren. Es ist in Gesundheitsbad, Sportbad und Familienbad aufgeteilt. Dazu kommt eine mannigfaltige Saunalandschaft mit Dachgarten. 

Museum Tabakspeicher


Der restaurierte ehemalige Tabakspeicher in der Bäckerstraße ist nicht zu übersehen. Er birgt heute ein Museum, dessen Exponate informieren über traditionelles Handwerk, über Kornbrennerei und das Herstellen von Kautabak. Außerdem können Kinder wie anno dazumal Brot backen und Wäsche waschen.

Kommentare:

  1. Eine wunderschöne und nüchterne Seite über Nordhausen und seine pittoresken Seiten.
    In Sachen Treppen werden Sie hier fündig. Sie finden ausnahmslos ALLE Treppen der Stadt Nordhausen.
    https://nordtreppe.jimdo.com/

    AntwortenLöschen
  2. Danke Treppo, für die vielen Treppenfotos - Auf vielen dieser Treppenstufen bin ich auch gegangen.

    AntwortenLöschen

-->