Sonntag, 16. August 2015

Das Geiseltal-Camp Stöbnitz, Zeltplatz am Geiseltalsee

Offenbar wird der Campingplatz am Geiseltalsee bei Mücheln immer bekannter und beliebter. So war unser Lieblingsplatz bereits besetzt, als wir dieses Jahr im Camp auf der Halbinsel Stöbnitz ankamen. Wir fanden trotzdem einen schönen, aussichtsreichen Stellplatz für unseren altgedienten Klappfix. Mit dieser Aussicht über den See hat sich der Zeltplatz bereits bei unserem ersten Besuch ins Camperherz geschlichen. Schon damals, ganz ohne Komfort, war es wunderschön hier. Es gab nur die obere Wiese, einen eilig angebrachten Stromverteiler und ein Dixihäuschen. Ach ja, eine Wasserentnahmestelle, der Strand und eine Handvoll Camper waren auch schon da.

Früh am Morgen ist es noch ruhig
in Strandbad und Campingplatz Stöbnitz

Außerdem gab es die Betreiber Constanze und Thomas Patzer, die mit leuchtenden Augen von ihren Plänen erzählten. Fortan campten wir mindestens einmal jährlich am Geiseltalsee. In der Zwischenzeit schufen die Beiden, mithilfe der Familie, immer etwas Neues, bauten Toilettenräume, richteten Duschen ein und einen Platz zum Geschirrabwaschen. Sie befestigten den noch kargen Hang und Terrassen für Stellplätze, den Sandstrand unterhalb des Campingplatzes verwandelten Sie in ein Badeparadies. Sicher, auf dem, gut sechs Hektar großem, Areal bleibt noch einiges zu tun, aber Campingfreunde wie wir fühlen sich offensichtlich jetzt schon wohl.


Dieser W50 hat Betten, Kühlschrank
Küche und alles was ein Camper
noch so braucht.
unser Klappfix-Zeltanhänger













Mit unserem DDR-Klappfix gehören wir zu den Exoten auf dem Campingplatz. Außer einer nostalgischen Leinwandvilla nebst Trabi, einem umgebauten W50 und ein paar einfachen Zelten auf der Zeltwiese standen vor allem moderne Wohnmobile und Caravans um uns herum. Etwa 300 davon finden Platz im Geiseltalsee-Camp. Wobei einige der schönsten Terrassenplätze von Dauercampern belegt sind.


























Wer weder Zelt noch Mobilheim hat, kann in einem Fass übernachten. Denn inzwischen vermieten Patzers Schlafplätze im Campingfass.


Frischgebackene Brötchen und Cocktails



Natürlich gibt es einen Brötchenservice im Camp. Früher fuhr Constanze Patzer noch morgens zur Tankstelle, heute hat sie einen eigenen Backofen und bäckt uns frische Brötchen zum Frühstück. Sie verkauft auch Eis und kühle Getränke, allerdings, ein richtiger Kiosk fehlt noch. Zum nächsten Netto in Mücheln sind es aber keine dreißig Minuten zu Fuß. Mittagessen könnten wir am Imbiss mit Gulaschkanone, der direkt neben dem Campingplatz am Geiseltalsee-Rundweg aufgebaut ist, und Cocktails lassen wir uns der Beach Bar des Strandbades mixen.

Baden im Geiseltalsee - Strandbad für Alle


Auf dem Campingplatz sind wir Camper unter uns, das Strandbad Stöbnitz ist öffentlich. Sobald die Sommersonne richtig scheint, kommen Wasserratten aus der ganzen Region an das Seeufer bei Mücheln. Der Eintritt ist frei, der Sand weich, das Wasser angenehm. Für die kleinen Badegäste ist ein flacher Badebereich sicher abgetrennt, sie können außerdem auf dem Spielplatz toben. 

Noch ist Ruhe im Strandbad Stöbnitz


Freunde des FKK können im hinteren Bereich des Strandbades nackt baden, ein dicht bewachsener Wall schützt vor neugierigen Blicken. Selbstverständlich ist auch für Duschen, Umkleidekabinen und stets saubere Toiletten gesorgt, Rettungsschwimmer der DRLG Ortsgruppe Geiseltalsee halten Wache. Nachts wird das Strandbad abgeschlossen, wir Camper habe jedoch einen Schlüssel und können auch bei Mondschein am Strand sitzen.




Tauchbasis im Geiseltalseecamp

Es badet sich wirklich gut in dem klaren See, wir könnten uns am Strand auch ein Paddelboot ausleihen. Wer dem Geiseltalsee auf den Grund gehen möchte, kann sogar Tauchen. Das Team der Tauchbasis hat sich oben auf dem Campingplatz in Containern niedergelassen. Ein Shuttle bringt die Taucher samt Ausrüstung von dort zur Einstiegsstelle. 



Schon im Februar 2015, auf der Reisemesse, habe ich die Inhaber des Tauchzentrums Geiseltalsee gründlich ausgefragt. 
Das Fazit aus diesen Gesprächen:



Tauchrevier Geiseltal – die Unterwasserwelt


Der Geiseltalsee ist ein reizvolles Tauchrevier, Millionen Dreikantmuscheln halten das Wasser immer schön sauber, so freut sich der Taucher über gute Unterwasser-Sicht. Der See weist unterschiedliche Tauchtiefen auf und fasziniert mit seiner Unterwasserwelt. Bevor der Tagebau geflutet wurde, gab es bereits vier Seen, die befischt wurden. Deshalb ist der nun größte künstliche See Deutschlands auch jetzt schon so fischreich, was nicht nur Taucher, auch Angler freut. (Angelkarten gibt’s bei Patzers) Auf seinem Grund gingen vor Jahren noch Menschen spazieren, fuhren Rad, oder steuerten Kohlebagger. Nun bedeckt das Seewasser Birkenwäldchen, knorrige Bäume, Parkwege, Krater, und Reste von Gebäuden, an den Wassereinläufen sind kleine „Canons“ entstanden. Hobbytaucher haben also viel zu entdecken.



Alle Infos zum Geiseltalsee Camp auf einem Blick:


Adresse:
Werkstraße Stöbnitz
06249 Mücheln (Geiseltal)
Betreiber Constanze und Thomas Patzer
Telefon: 0170-3011285
  •           Ca 300 Stellplätze
  •           Zeltwiese
  •           Camping-Fässer mit 4 oder 6 Betten
  •           Stromanschluss
  •           Duschen
  •           Lagerfeuerplatz
  •           Freier Zugang zum Strandbad
  •           Brötchenservice
  •           Imbiss neben dem Campingplatz (nicht immer geöffnet)
  •       Wintercamping möglich


Die Halbinsel Stöbnitz entdecken


Ich bleibe lieber an der Wasseroberfläche oder stromere an Land herum. Abends gehen wir oft noch mal zum Aussichtsturm „Pauline“, und gönnen uns einen Rundumblick über das Umland. Zu unseren Füßen schlängelt sich die schmale Halbinsel Stöbnitz weit in den See hinein. Wir haben den dicht bewachsenen Landstreifen schon kreuz und quer durchstreift und sind auch schon drumherum gelaufen. Vom Parkplatz des Campingplatzes führt eine holprige Betonpiste in das Innere der Landstückes, wir wählen natürlich die schmalen Waldwege.

 Wetterschutzhütte und Bootsanleger


An der Wetterschutzhütte des Interessen- und Fördervereines Geiseltalsee e. V. machen wir gern Rast, nicht das das nötig wäre, aber der Ort lockt zum Bleiben. Die Hütte steht auf dem, glaub ich, höchsten Punkt der Halbinsel und ist gastlich eingerichtet. Tische und Stühle drinnen, Sitzgruppen und Grillplatz draußen, unterhalb, wenige Meter entfernt, ist der Bootssteg. Damit kein falscher Eindruck entsteht, die Hütte ist nicht bewirtschaftet, sondern ein Rastplatz mit Toilette. Mindestens einmal im Jahr wird das Gelände zum Festplatz, dann feiern die Vereinsmitglieder ihr Bergmannsfest und die Blasmusik schallt weit über den See.

Bienenfresser und Orchideen im Naturschutzgebiet

Weiter als bis zu der Schutzhütte gehen nur Wenige, zumindest begegnen wir nie Jemandem, das tut der Pflanzenwelt und den vielen Vögeln dort gut. Dieser Inselteil gehört zum Naturschutzgebiet „Bergbaufolgelandschaft Geiseltal“ und wird von vielen Vogelarten bewohnt. Auch der Bienenfresser ist ja im Geiseltal heimisch. Wer das Gebiet erkunden will, Orchideen und Tiere beobachten will, bleibe bitte auf den Wegen. Vom Ende der Halbinsel aus, kann man hinüberschauen, auf die vorgelagerten Inseln, ebenfalls geschützte Regionen, die nicht betreten werden dürfen.


An eine Feuerstelle für romantische
Lagerfeuer haben die Camp-Betreiber
auch gedacht.



Drehort für Märchenfilme


Übrigens: Ufer und See sind eine märchenhafte Filmkulisse. Hier ging die „Kleine Meerjungfrau“ (Märchen vorn Hans Christian Andersen) an Land, um die Uferszenen für den neuen Märchenfilm zu drehen. Bereits 2011 ließen sich hier die „Sechs Schwäne“ (Märchen der Gebrüder Grimm) filmen, zum Beispiel stand hier die Blockhütte mit dem reich gedeckten Holztisch.


Idylle zwischen Nord- und Südteil des Sees


Von dem schon erwähnten Aussichtsturm aus, kann man sehr schön den Sonnenuntergang beobachten. Ich schaue mit das Spektakel gerne von dem Platz vor der Einfahrt zum Geiseltalseecamp aus an. Hier gibt es auch tagsüber tolle Aussichten.


Hier brennt nicht der Wald, sondern die Sonne
geht unter im Geiseltal.


Nach Süden streift der Blick über Dächer von Campingwagen und Wasserfläche bis zur Marina Mücheln und die darüberliegende Kleinstadt. In der anderen Richtung, am gegenüberliegenden Seeufer steigt der Weinberg „Goldener Steiger“ an. Oberhalb kann man die Straußwirtschaft und 
die "Europäische Begegnungsstätte der Kulturen erkennen. Zwischen den Ufern glänzt das klare Wasser des Sees, der hier mit 78 Metern seine tiefste Stelle hat.





 Manchmal steige ich den steilen Hang zum einsamen Nordufer der Halbinsel hinunter. Rabenschwarze Erde, wahrscheinlich Kohlenstaub, bedeckt noch große Flächen, darauf blühen kontrastreich Wildblumen. Außerdem liegen dort interessant geformte Steine herum.






Findlinge im Nordischen Plateau
am Geiseltalsee


Richtig große Steine lassen sich im Geschiebegarten „Nordisches Plateau“ bestaunen. Dort sind Findlinge verschiedenster Art und Größe anschaulich präsentiert, über das Woher, Was und Wie berichten Infotafeln.







Oft wache ich lange vor den anderen Campern auf. Dann gehe ich schwimmen oder ich mache mir eine Campingtasse Tee und gehe die paar Meter bis zu dem Gesteinsgarten. Während ich teetrinkend auf meinem Lieblingsstein hocke, erwacht ein neuer Tag im Geiseltal.



 Das sind meine Lieblingskaffeebecher fürs Camping ! 


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