Montag, 3. August 2015

Camping im Geiseltal, Geocaching in Mücheln

Es war mal wieder Zeit für einen Besuch im Geiseltal, also haben wir das Zelt auf dem Campingplatz am Geiseltalsee aufgeschlagen. Seit dem vergangenen Jahr hat sich viel getan im Geiseltalsee-Camp auf der Halbinsel Stöbnitz, weitere Toilettenhäuschen und Duschen sind gebaut, Schlaf-Fässer aufgestellt und die Tauchbasis ist eingerichtet.


Start zur Cachetour durch Mücheln im Geiseltal

Blick auf Mücheln im Geiseltal



Wir lagerten auf der oberen Terrasse des Zeltplatzes, und genossen einen tollen Ausblick auf den Hafen gegenüber und die Dächer des Städtchens Mücheln. 










Laut Geocaching Map sind dort viele Geocaches versteckt, die Marina und der Eingang zur Stadt sind keine halbe Stunde Fußweg weit entfernt. Also galt ein Tag unseres Campingurlaubes der alten Stadt im Geiseltal und ihren Dosen. Diese sind so versteckt, dass wir an allen Sehenswürdigkeiten Müchelns vorbeikamen und die schönsten Seiten des Ortes entdeckten.

Treppe und Tunnel zur Altstadt 
Fußabdruck eines Handtieres




















Schnell waren die beiden Tradis an der Marina Mücheln geloggt, wir schlugen den Weg zur Stadt ein. Seltsame gelbe Fuß- oder Handabdrücke locken den Besucher die Treppe zum Tunnel hinauf und führen direkt zur Stadtinformation am Marktplatz. Dorthin wollten wir eh, ein Cache ist dort versteckt, der Weg lohnt sich aber auch für Nichtcacher.


Das Tor zum Geopark Saale-Unstrut-Triasland

Die Stadtinformation Mücheln ist im Alten Postamt untergebracht. Drinnen erfuhren wir, dass die gelben Spuren an Handtiere (wissenschaftlich Chirotherium) erinnern, die vor 250 Millionen Jahren im Geiseltal lebten. In den Räumen des Informationszentrums sind jede Menge Fossilien ausgestellt, weitere Exponate locken in die oberen Etagen, wo das „Tor zum Geopark Saale-Unstrut-Triasland“ eingerichtet ist. Bei der Stadtinfo hätten wir auch Fahrräder ausleihen können, setzen unsere Cacherunde aber zu Fuß fort.

Historisches Rathaus der Stadt Mücheln
im Geiseltal

Vorher bewundern wir aber noch das schicke Rathaus Müchelns, das direkt an das Alte Postamt grenzt. Seit 1571 steht es an diesem hübschen Marktplatz und beeindruckt bis heute im Stil der Spätrenaissance. Wir setzen uns auf die Nischen der Sitzportale, bestaunen kunstvolle Steinmetzarbeit und die seltene Holzspindeltreppe aus Stein. Der Rathausturm wirkt gewaltig, etwa so hoch wie er ist, sollen die Rathauskeller tief sein. Irgendwann werde ich eine Führung in die Gewölbekeller mitmachen und mir den mittelalterlichen Folterkeller anschauen. 



Barockgarten und Landschaftspark



Jetzt ist die „gemauerte Silberlinde“ im Landschaftsgarten St. Ulrich unser Ziel. Das Navi führt uns einen verträumten Pfad an der Geisel entlang, bis hin zur Schlossstraße und dem Barockgarten. Er ist von Kalksteinmauern umgeben, seine Terrassen sind auf einem sonnigen Hang angelegt. Oberhalb hofft das ehemalige Teehaus auf Sanierung. Am Ausgang des Barockgartens fiel unser Blick auf das Wasserschloss St. Ulrich. Die einstige Schönheit ist dem neubarocken Bauwerk noch anzusehen. Es steht auf Stelzen aus Eichenholz, damit diese nicht verwittern, muss der Schlossgraben immer gut mit Wasser befüllt sein.

Wasserschloss Mücheln



Barockgarten Mücheln
mit Teehaus


















Gegenüber vom Schloss schlängeln sich die Parkwege des ehemaligen Schlossparkes den Hang hinauf. Oben erwartete uns besagte Silberlinde sowie eine begehrte Dose mit Logbuch. Den nächsten Cache hat der Owner auf einem Hügel etwas außerhalb des Ortes platziert. So liefen wir die wenig befahrene Landstraße entlang, bis zum Katzhügel, schlugen nach dem Log den Weg zum Müchelholz ein. 

Bisher kannte ich nur Baumhäuser am Baum. 
Hier ist wohl das Haus im Baum?



Wandernd und Cache-suchend vom Katzhügel nach St. Micheln




Bald nach den Pferdekoppeln kündigte das GPS ein Versteck an, dabei erfuhren wir, das Mücheln einen Tontaubenschießplatz hat.


Rastplatz und Forsthaus


Ein Stück weiter fanden wir am Forsthaus einen willkommenen Rastplatz und ein weiteres Dosenversteck. Nun mussten wir in diesem Wald nur noch die Räuber besuchen und gingen danach den schattigen Waldweg zurück zum Ortsteil St. Micheln.











Unter den Linden entlang strebten wir der Pforte zum Himmel entgegen. Der ansteigende Weg führte uns zu einem gepflegten Friedhof und der Kirche St. Micheln. Ihren Kirchturm haben wir ja schon von Weitem gesehen, sie steht an einem der schönsten Plätze der Umgebung. Einen schönen Ausblick hatten wir dort, konnten gut den gegenüberliegenden Kohlberg sehen, auf den uns später noch ein Eartcache lockte.


An der Geiselquelle


Bevor wir jedoch zu den St. Michelner Höhlen aufstiegen, zog es uns an die Geiselquelle. Wieder so ein schöner Ort, den Mücheln verbirgt, denn kaum einer der Touristen am Geiseltalsee scheint sich hierher zu verirren. Das Quellwasser quillt quasi aus dem Kalkstein, sammelt sich zu einem flachen, kleinen See, der an eine Grünfläche grenzt. Alte Bäume mit kräftigen Stämmen und weit ausholenden Kronen spenden Schatten. Das kühle Wasser tat den wandermüden Füssen gut, auch ohne den angelegten Kneipp-Pfad hätte ich mir hier ein Fußbad gegönnt. Währenddessen suchen die anderen nach der Dose, sind ja alle schon groß.

Auf der Suche nach den Kalksteinhöhlen




Weiter ging’s, zu den Kalksteinhöhlen, Cacher sind ja sportlich, so bewältigten wir den steilen Pfad gut und schnell. Nach den Höhlen selbst suchten wir etwas länger, denn die Pflanzen wachsen hier recht hoch und verstecken die Höhleneingänge sorgfältig. Ein schönes Abenteuer! Außerdem lernten wir dank Listing und den zum Eartcache gehörenden Fragen viel über die Müchelner Kalkfelsen. 






Auf dem Geiseltaler Höhenweg gelangten wir dann irgendwann zu den Resten eines ehemaligen Waldhauses. Nur ein Stückchen Treppe blieb davon erhalten und gerade genug Mauerrest, um einen Cache zu verbergen.




Gedenkstein oder Mutter der Sagensteine?


Verschlungene Pfade führten uns danach zu einem großen Stein, „Mutter der Sagensteine“ nennt ihn der Owner. Mehrere Sagensteine liegen im Geiseltal verstreut, auf ihnen sind Tafeln mit Sagen aus der Region angebracht.


 Eigentlich soll dieser Stein wohl an die Völkerschlacht von 1813 erinnern. Der Müchelner Verschönerungsverein hat ihn 1914 im Mahlerholz aufgestellt. Nach dem Log wanderten wir weiter zum verlassenen Waldbad, wo die nächste Dose fantasievoll versteckt liegt. Nun blieb noch das Versteck am ehemaligen Kulturhaus Weltfrieden und heutigem Schützenhaus ausfindig zu machen auch das gelang uns bald. Jetzt lachen auf unserer Müchelner Cachekarte lauter gelbe Smileys. 




Mücheln - Stadt am Jacobsweg, mit Mühlenwanderweg im Geiseltal


Unterwegs fielen uns immer die Markierungen mit der Jacobsmuschel auf, denn Mücheln liegt am Jakobsweg. Örtliche Anlaufstelle für Pilger ist die Kirche St. Jacobi, wir konnten sie nicht besichtigen. Pforte war verschlossen, genau wie bei St. Micheln und St. Ulrich. Nichtcacher können ja Mücheln auf dem Mühlenwanderweg erkunden, der auch an der 12 Apostelquelle und dem Brunnen am Topfmarkt vorbeiführt.

Wir hatten einen schönen Tag in der kleinen, historischen Stadt, haben viele schöne alte Häuschen gesehen, Reliefs an Hauswänden entdeckt und das viele Grün genossen. So wie wir kamen, verließen wir die Stadt wieder durch den Tunnel unter der Landstraße und dem Viadukt. Am Ende des Tunnels begeistert uns immer wieder der atemberaubende Blick auf die Bucht des Geiseltalsees mit dem Jachthafen und bis hinüber zum Zeltplatz, wo oberhalb noch der Weinberg „Goldener Steiger“ sichtbar ist.



Lest auch den Beitrag über unsere Caching-Erfolge rund um den Geiseltalsee.













Kommentare:

  1. Wieder ein seht interessanter Reisebericht. Ich glaube, wir müssen auch mal in diese Ecke. Wie lautete die Adresse von den Wognfässern?
    Viele Grüße bis zum nächsten Stammtisch von Manialaos

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  2. Freut mich, wenn ich euch inspirieren kann. Für die Fahrt zum Campingplatz Mücheln gebt ihr -Geiseltalsee Camp, Werkstraße Stöbnitz - ins Navi ein. Falls ihr reservieren wollt ruft Inhaber Thomas Patzer auf dem Handy an 0170-3011285. Viel Spaß dort.
    Wir sehen uns beim Stammtisch oder im Wald.
    viele Grüße
    Katrin

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