Mittwoch, 27. Mai 2015

Gartenräume Sachsen-Anhalt – Parks in Aschersleben

Einen Ausflug nach Aschersleben hatte ich eigentlich nicht geplant. Der Zufall hat mich für einen Tag dorthin geführt und ich war überrascht, wie schön die älteste Stadt Sachsen-Anhalts ist. Aschersleben führt seine Besucher auf drei touristischen Routen zu den schönsten Plätzen der Stadt.

Im Jahr 2010 richteten die Ascherslebener die Landesgartenschau aus, davon profitiert das Stadtbild noch heute. Wandelt mit mir auf den grünenden, blühenden Spuren der Gartenschau durch Aschersleben, wir folgen dabei der Route Gärten und Parks.

Die Herrenbreite - Park in Aschersleben


Herrenbreite mit Villen im Hintergrund


Flanieren wir zuerst durch die Parkanlagen, die im touristischen Netzwerk „Gartenträume“ Sachsen Anhalt eingebunden sind.

Nach wenigen Schritten gelangen wir vom Bahnhof in die Herrenbreite. 

In ihrer langen Geschichte hat die große Wiese viel erlebt, war Schieß- und Exerzierplatz, richtete Volksfeste aus und wurde von herrschaftlichen Villen umbaut. 






Der Mond in Aschersleben


Seit Mitte des vorigen Jahrhunderts ist die Herrenbreite nun ein Park aber nie war sie so schön wie heute.

So schön, dass sich sogar der Mond in Aschersleben niedergelassen hat und ein tolles Fotomotiv abgibt.







Für die Gestaltung der Herrenbreite haben sich die Landschaftsarchitekten übrigens von den Reisen des Gelehrten Adam Olearius inspirieren lassen. In dieses Konzept passte die vorhandene Weltzeituhr gut und blieb erhalten. Neu entstanden Spielflächen mit vielversprechenden Namen wie Wolgawälder, Querung des Elbrus und die Persische Karawanserei.






Wer also Kinder dabei hat, kann viel Zeit in der Herrenbreite verbringen, besonders wenn an warmen Sommertagen das Fontainenfeld zum Wasserspielplatz wird.

Bestehornpark - Grüner Campus


Nur eine Straße trennt die Herrenbreite und den Bestehornpark. Jetzt ist Bildung angesagt, denn diese Parkanlage ist zugleich der Campus des gleichnamigen Bildungszentrums.

Grünfläche im Bestehornpark 



Kaum zu glauben, aber vor einigen Jahren war dies noch ein brachliegendes, unansehnliches Industriegelände. Heinrich Christian Bestehorn gründete hier im Jahr 1861 seine Papierwarenfabrik.











Wie erfolgreich das Unternehmen und wie wohlhabend der Unternehmer wurde, lässt sich bis heute an der Weißen Villa und dem restaurierten Industriegebäude erkennen.


In der Weißen Villa wohnte die Familie Bestehorn



Diese Traumvilla baute sich die Familie Bestehorn 1903 als stilvollen Wohnsitz. Zu DDR-Zeiten war sie Verwaltungsgebäude der Deutschen Post, stand dann einige Jahre leer. Dank dem Verein Lebenshilfe Harzvorland können wir das barocke Jugendstilhaus wieder in voller Pracht bewundern.







Ehemaliges Verwaltungsgebäude der
Bestehorn-Papierwarenfabrik



Vor Jahren sind wir oft auf dem Weg in den Harz durch Aschersleben durchgefahren, die Straße führt direkt an diesem ehemaligen Fabrikgebäude vorbei. Damals fiel das baufällige Haus vor allem mit trister, fast schwarzer Fassade auf.

Nun ist es ein toller Blickfang an der Durchgangsstraße und schönes Domizil für das Bestehorn-Bildungszentrum.








Erholsame Stille im Stadtpark


Als Nächstes spazieren wir in den nahe gelegenen Stadtpark.

Durchgang zwischen Stadtpark und Eine-Terrasse


Nach dem Flanieren und Spielen in der Herrenbreite und dem Staunen auf dem Bildungscampus Bestehornpark könnt ihr hier ein wenig entspannen. Unter den Kronen der alten, knorrigen Bäume ist es still, auf den Liegebänken könnt ihr auch mal die Beine hochlegen.








etwa von 1820 bis 1870 war der Stadtpark ein Friedhof



Wir befinden uns hier auf einem ehemaligen Friedhof, wie ihr an den Grabplatten an der Friedhofsmauer erkennen könnt. 

Um 1930 entstand daraus die Parkanlage mit ihren Alleen aus Ahorn- und Lindenbäumen.








Drei Tonnen wiegt der Globus in Aschersleben



Mitten im Stadtpark ist dieser Globus aus Bronze nicht zu übersehen.

Er ist ein Geoid, also ein physikalisches Model unseres Planeten, so sieht, nach Meinung der Geologen, die Figur der Erde aus. 











Fachmännisch ausgedrückt sind die Beete rund um den Globus eine Phytothek. Sämtliche Pflanzen sind einem Sternzeichen zugeordnet und nach Tierkreiszeichen geordnet angepflanzt worden.

Eingang zum Rosarium mit Brunnen




Eine Treppe führt vom Stadtpark in den Rosengarten, leider blühten die Rosen noch nicht, als dieses Bild entstand. 




Das Rosarium, genau wie der gesamte Stadtpark und die Herrenbreite sind historische Anlagen und stehen unter Denkmalschutz.








Die Eine-Terrasse jedoch ist eine neu geschaffene grüne Freifläche mit Sitzgelegenheiten, Liegeplätzen und Spielgeräten. Sie ist entlang des Flüsschens Eine angelegt. Wir folgen dem Uferweg bis die touristische Route Gärten und Parks auf die Stadtbefestigungsroute trifft. Diese führt an der gut erhaltenen Stadtmauer, an alten Türmen und Bastionen vorbei und ist einen eigenen Blogbeitrag wert.

Weitere Fotos aus Aschersleben findet ihr in meinem Album "Gartenräume aus Aschersleben".

Dieser Post ist mein Beitrag zum 7. Wort des Projektes txt "Fassade".

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