Samstag, 27. Dezember 2014

Geocacher treffen sich zum Frühstück auf den Brocken


4. Advent 2014 in Deutschland. Bereits in den Nachtstunden machen sich Geocacher aus vielen Landesteilen auf den Weg zum Brocken. Sie wollen am „2. Brockenfrühstück“ teilnehmen und gemeinsam den Sonnenaufgang auf dem Plateau erleben.
Wir sind auch dabei. Schon am Samstag sind wir in Schierke angereist, haben die dortigen Dosen gesucht und ein Zimmer in der Jugendherberge belegt. Trotz unruhiger, kurzer Nacht erwachen wir voller Tatendrang und sind schnell, 5.30 Uhr, abmarschbereit. Direkt gegenüber der Herberge beginnt unser Wanderweg „Großmutters Rodelbahn“. Es ist finster und arg windig, im Schein der Stirnlampen schimmert dichter Schneeregen.

Auf verschneiten Wegen


In der vergangenen Nacht war Frau Holle fleißig und hat auf dem Brocken weichen Neuschnee fallen lassen. Vor uns liegt eine unberührte Schneedecke, unsere Fußspuren werden die ersten darin sein. Mit Bedacht setzen wir die Füße, denn wir wissen von den vielen Steinen und Wurzeln, die sich unter dem Schnee verbergen. So passieren wir sicher auch die Alte Bobbahn, biegen auf die Brockenstraße ab und wollen nach etwa 200 Meter den „Alten Kabelweg“ nehmen.

Dieses Foto der „Alten Bobbahn“ entstand auf dem Rückweg. 
So sah der Wanderweg bei Tageslicht aus.


Vorsicht Schneepflug


Motorengeräusch stört die Stille, hinter uns braust ein Schneepflug heran. Schatzi weicht zur linken Straßenseite aus, ich zur rechten. Zu spät erkenne ich, dass ich auf der falschen Seite stehe, finde noch Halt an einem Baum, bevor mich die kalte Masse trifft. Keiner hats gesehen! Ich steh bis zur Hüfte im Schnee, lachend hilft mir Schatzi aus der Misere und es geht weiter. Auf der frisch geräumten Straße läuft es sich gut, wir verzichten auf die Abkürzung und schreiten Kurve für Kurve den Berg hinauf.

Taschenlampenlicht und Glühweinduft


Lange bleiben wir allein, erst als wir uns dem Eckerloch-Ausstieg nähren, sehen wir bewegte Lichter zwischen den Bäumen. Noch mehr Stirn- und Taschenlampen beleuchten den Goetheweg, am Bahnübergang treffen alle zusammen. Es ist noch Zeit für ein Log im Buch des Caches „Wer führt hier was im Schilde“, ich reiche die Dose einfach weiter. Nach diesem Tag muss wohl der Owner ein neues Logbuch einlegen. Es ist kurz nach sieben Uhr morgens und schon liegt Glühweinduft in der Luft. Er kommt aus der Schutzhütte, die da rechts am Wege steht. Eine Gruppe Geocacher gönnt sich dort ein erstes Frühstück.

Leider bläst der Wind die Flamme des Gaskochers aus.
Also trinken wir den Morgenkaffee im Touristensaal.


Morgenstimmung am Brockengipfel


Die Morgendämmerung setzt ein, wir schalten die Stirnlampen aus und nehmen den letzten Wegabschnitt in Angriff. Nebel und die Bahnsteiglaternen umhüllen den Brockenbahnhof mit rötlichem Licht, schemenhaft zeigt sich der Fernsehturm. Oben auf der Brockenkuppe ist der Wind merklich stärker, aber Brockenhaus und Hotel sind schon in Sichtweite. Extra für uns, hat der Brockenwirt den Touristensaal schon so früh geöffnet und frische Brötchen gebacken. Hier ist es warm und nach dem Aufstieg hab ich mit ein Nutellabrötchen redlich verdient.


Geocachertreffen im Touristensaal


Schnell füllen sich die schätzungsweise 200 Plätze des Saales mit Geocachern. Wir fachsimplen, zeigen uns gegenseitig Coins und TB und suchen das Logbuch. Im Foyer steht eine Kiste mit TB´s die abgelegt wurden und gesehen oder mitgenommen werden, also schreiben wir eine lange Liste voller Codes auf. Während Schatzi ins Gespräch vertieft ist, suche ich „den Gründel“. Wie versprochen hat Markus Gründel einige seiner Cachetools II dabei, heimlich erwerbe ich einige Exemplare dieser praktischen Cacherhilfen - die passen noch gut unter den heimischen Weihnachtsbaum.

Pünktlich 8.20 versammelt sich der harte Kern am Brockenstein, wir blicken dorthin, wo ganz sicher die Sonne aufgeht, auch wenn wir sie nicht sehen. Kurz danach machen sich die ersten Wanderer auf den Rückweg. Wir kehren in den Saal zurück, trinken Kaffee, plaudern und lauschen den Geschichten der anderen Cacher.

Dieses Foto vom Wolkenhäuschen auf dem Brocken habe ich an einem
an einem schneefreien Tag gemacht.


Gemütliches Beisammensein im Wolkenhäuschen


Dann wollen wir eigentlich noch die Multis auf dem Gipfel angehen. Schon nach den ersten Metern im stürmischen Wind verschieben wir diese Aktion auf den Sommer. Statt dessen suchen wir eine windgeschützte Stelle um uns einen Kaffee zu kochen und landen im Wolkenhäuschen. Hier sind wir richtig, denn eine andere Gruppe Geocacher und Freunde des Outdoor-Lebens feiert hier bereits. Es gibt frische Eierkuchen und extrem gute Laune, für stimmungsvolle Musik ist auch gesorgt. Draußen herrscht dichtes Schneetreiben – uns geht es gut!







Bevor der Wind zum Sturm wird, wandern wir durch die zauberhafte Winterlandschaft nach Schierke zurück. Ein tolles Event – Danke an die Organisatoren.





Kommentare:

  1. Das hört sich alles echt schön an - vor allem im Wolkenhäuschen. Ich bin bisher nur einmal Geocaching gegangen und bin absolut an den Koordinaten und meinem Orientierungssinn gescheitert. :D

    Aber sehr schöner Bericht!

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  2. Quynh N, Geocaching schult den Orientierungssinn und für die Koordinaten gibt es doch Apps und Navis ;)

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