Donnerstag, 20. November 2014

Kurzurlaub im Breisgau - drei Tage im Leiselheimer Hof am Kaiserstuhl

Ankommen im Leiselheimer Hof am Kaiserstuhl


Für diesen Kurzurlaub im November haben wir uns den (statistisch gesehen) wärmsten Ort Deutschlands, den Kaiserstuhl ausgesucht. Seit Stunden sitzen wir im Auto, Schatzi fährt, ich genieße und träume. Der Fahrbahnrand ist immer wieder mit buntgeschmückten Laubbäumen dekoriert, nur der Hochnebel trübt das farbenfrohe Herbstbild etwas. Endlich kommen die ersten Weinhänge und Obstwiesen in Sicht, wir nähren uns dem Zielort Leiselheim.




„Ziel erreicht“, sagt das Navi, am Ortseingang, in der Meerweinstraße, steht der Leiselheimer Hof mit freien Parkplätzen direkt vor der Hoteltür.










Karin und Wolfgang Muth erwarten uns bereits, nach einem herzlichen Willkommen, zeigt uns die Wirtin sogleich das helle Zimmer.
                                                                                                                                                                                                 

Hier werde ich mich wohlfühlen, denn ich liebe so geräumige Hotelzimmer. Da können sich auch einmal zwei Leute gleichzeitig bewegen oder gemütlich am Tisch sitzen. Auch das Tageslichtbad punktet mit viel Platz und kuschelweichen Handtüchern. Zusätzlich hat unser Zimmer einen Balkon mit toller Aussicht

Erste Eindrücke von Leiselheim und dem Kaiserstuhl


Nach kurzer Verschnaufpause zieht es uns jedoch wieder ins Freie. Wir wollen das letzte Tageslicht ausnutzen, um die nähere Umgebung anzuschauen, in Leiselheim sind außerdem zwei Geocaches versteckt. (Über unsere Geocachingabenteuer im Breisgau berichte ich in einem anderen Beitrag.) Die Attraktionen des kleinen Winzerortes haben wir schnell entdeckt, werden sie später näher betrachten.

Der sieben Meter hohe Stuhl steht auf dem
"Leiselheimer Gestühl". Dieser Ort soll namensgebend
für den Kaiserstuhl gewesen sein.


Jetzt gehen wir erst einmal in die Weinberge, der weithin sichtbare riesige Stuhl zieht uns an. Er steht an einer aussichtsreichen Stelle, umgeben von Weinreben verschiedener Sorten. 
Freundliche Winzer haben ein paar leckere Trauben für uns hängen lassen. Badischer Wein lässt sich also auch hervorragend essen.








Wie um diese Jahreszeit üblich, wird es schon gegen siebzehn Uhr dunkel - Zeit zum Einkehren. Zu unserem Hotel gehört praktischerweise auch eine Gaststube. Dort lauschen wir bei einem guten, einheimischen Weißwein den Ausflugstipps unserer Wirtsleute und lassen uns einen zarten Sauerbraten schmecken. Ich bin müde von der langen Fahrt (oder dem Wein?) und froh, dass unser Bett nur wenige Schritte entfernt bereitsteht.

Morgenspaziergang in Leiselheim


Wer früh schlafen geht, hat zeitig ausgeschlafen. Ich gönne Schatzi noch etwas Schlaf und schleiche mich, warm angezogen, mit unserer neuen Kamera aus dem Zimmer. Leiselheim ist in warmes Morgenlicht gehüllt und ich übe mich im Fotografieren von Brunnen, Kirche, Brunnenstüble und anderen Motiven. Offensichtlich blickt mein Urlaubsort auf eine lange Geschichte zurück, davon erzählen auch die gelben Schilder, die an historischen Häusern angebracht sind.

Café Lisele in Leiselheim

Zur Geschichte dieses Hauses: 

1740 - Bau des Gemeindekellers
            für den Steuerwein
1765 - Darüber wurde das
            Schulhaus gebaut
2003 - Umbau zum Café Lisele




Stockbrunnen in Leiselheim
Im Hintergrund das Haus der Winzergenossenschaft





Der Stockbrunnen ist ein Wahrzeichen des Ortes. Sein Wasser entspringt hinter dem Brunnenstüble im Brunnenstubengarten. An diesem Brunnen holten die Leiselheimer jahrhundertelang ihr Wasser.









Brunnenstüble in Leiselheim


Das Brunnenstüble birgt eine kleine Galerie und einen Stammtisch. Leiselheimer und Gäste können hier schwätzen und die guten Tropfen der Region probieren.










Nach diesem kleinen Morgenspaziergang freue ich mich auf das Frühstück und finde im Leiselheimer Hof einen liebevoll, reich gedeckten Tisch vor. Übrigens die Marmeladen sind hausgemacht.





Ausflugsorte im Breisgau – Freiburg und Breisach


Wir könnten jetzt ins Elsass fahren, in den Schwarzwald, an den Schluchsee oder nach Basel – alles beliebte Ziele, die nur eine gute Autostunde weit entfernt sind. Doch so weit weg wollen wir gar nicht. Wäre ideales Wanderwetter, dann würden wir vielleicht durch die Weinberge oder die Rheinauen wandern. Dank der zentralen Lage am Kaiserstuhl sind ab dem Winzerort Leiselheim viele Ausflugsziele für uns gut erreichbar. Zudem haben wir mit unserer Gästekarte freie Fahrt in den öffentlichen Verkehrsmitteln der Region. Eine Bushaltestelle gibt es im Ort, etwa zwei Kilometer weiter befindet sich, in Sasbach, ein Bahnhof der Kaiserstuhlbahn.



Freiburg im Breisgau liegt nur etwa fünfunddreißig Kilometer weit weg von unserem Ferienort – es soll eine sehenswerte Stadt sein und wird heute von uns besucht. Unser Auto stellen wir auf einer großen Parkfläche im nahe gelegenen Städtchen Breisach ab, sind nach wenigen Schritten am örtlichen Bahnhof und steigen in die Bahn Richtung Freiburg. In aller Ruhe können wir während der halbstündigen Fahrt das Kaiserstuhl-Massiv betrachten. Vor Millionen Jahren war es ein Vulkan, heute reift auf den idyllischen Hängen rund ein Viertel des badischen Weines.


Freiburg im Breisgau




In Freiburg lassen wir uns treiben, bestaunen Hausfassaden, Straßenpflaster, Fischerhäuser und natürlich das Münster. Drinnen findet gerade ein Gottesdienst statt, wir belassen es also bei einem ehrfürchtigen Blick durch das Portal und fotografieren viele Details der Außenfassade. Gut das moderne Kameras so viel Speicherplatz haben! Es ist Mittagszeit und an den Verkaufsständen des Münstermarktes duftet es verführerisch – wir essen jeder eine „lange Rote“ mit ebenso langem, knusprigem Brötchen.









Freiburger Ansichten: Freiburger Pflaster, Freiburger Fassaden, Freiburger Dachlandschaft:













Breisach am Rhein


Für die zweite Tageshälfte haben wir noch einen Rundgang durch Breisach eingeplant. Wir bummeln durch die kleine Einkaufsstraße, steigen die Schänzletreppe hinauf auf den Münsterberg. Unübersehbar weisen die Türme des St. Stephans Münster, hoch über Stadt und Rheinufer, den Weg dorthin. Nachdem wir das imposante Bauwerk von innen und außen bestaunt sowie die Aussicht nach Frankreich genossen haben, laufen wir über viele Treppen bis hin zum Rheintor. Jedoch müssen wir nun etwas beeilen, denn noch vor dem Dunkelwerden wollen wir die Ruine auf dem Eckartsberg erreichen. Der Weg dorthin lohnt sich, nicht nur der Aussicht wegen. So viel Sehenswertes hätte ich in Breisach am Rhein gar nicht vermutet.



St. Stephans-Münster in Breisach am Rhein
Radbrunnenturm in Breisach






















Pflastermüde und voller Eindrücke lassen wir den Tag bei gefüllten Maultaschen und einem Kaiserstühler Viertele im Hotel ausklingen.


Erlebnisse in und um Leiselheim am Kaiserstuhl




Der neue Morgen in Leiselheim beginnt mit diesem Bild.











Wir flüchten vor dem Regen nach Endingen und lernen einen weiteren reizvollen Ort am Kaiserstuhl kennen. Kleine Fachwerkhäuser, Fassaden aus der Zeit des Barocks, des Rokoko, der Renaissance und Spätgotik prägen das historische Stadtbild.




Vorderöstereich Museum in Endingen
am Kaiserstuhl
Rathaus in Endingen















Verwinkelte Gassen führen durch die Altstadt zum Käsereimuseum und dem Vorderösterreich Museum. Als Nächstes fahren wir nach Sasbach am Kaiserstuhl, Leiselheim ist übrigens ein Ortsteil dieser Gemeinde. So nah an der französischen Grenze ist ein Abstecher in das Nachbarland für uns obligatorisch. Also folgen wir der Straße bis nach Marckolsheim. Leider verabschiedet sich schon bald der Akku der Kamera (laden wäre schlau gewesen). So bleiben uns nur die Erinnerungen an unseren allerersten Trip nach Frankreich.


Nachmittags gönnen wir uns eine Pause im gemütlichen Hotelzimmer, bevor wir noch einmal durch die Leiselheimer Weinberge spazieren. Auf dem Kirchhof entdecken wir Partyzelte und werden herzlich für den Abend eingeladen.





Geplant ist ein Laternenumzug mit anschließendem Glühweintrinken und Würstchenessen. Natürlich sind wir dabei, auch wenn Regen unser trockenes Urlaubswetter beendet.








Allerdings haben wir noch mehr vor. An diesem Samstagabend hat das Brunnenstüble geöffnet, dort wollen wir unbedingt noch hineinschauen. Zwar ist die, im Hof befindliche, Quelle eher enttäuschend, die Stube selbst jedoch sehr einladend. Daran hat die charmante Gastgeberin aus Schelingen einen großen Anteil. Claudia lädt zum Hinhocken und schwätzen ein, selbstverständlich gibt es dazu ein Gläschen Kaiserstühler Wein. Dabei erfahren wir: Das Brunnenstüble ist eine Kunstgalerie und Stammtisch der Winzergenossenschaft. Bei dieser lustigen, aufschlussreichen Plauderei verbringen wir eine unterhaltsame Stunde an die wir uns lange erinnern werden.





 - Im Brunnenstüble -










Als wir zurück zum Hotel gehen, hören wir – die Leiselheimer sitzen noch immer unterm Festzelt im Kirchhof beim Glühwein. Für uns wird’s aber jetzt Zeit, denn morgen früh treten wir die lange Heimfahrt an.



Es war ein schöner Kurztrip an den Kaiserstuhl. Ermöglicht hat ihn die „Reisehummel“ – ein Veranstalter für Kurzreisen. In meinem Reisebericht schrieb ich nur meine persönlichen Erlebnisse und eigene Meinung nieder.

Hier noch einige Tipps


-          Für Europa-Park-Besucher: Leiselheim liegt nur wenige Kilometer von Rust entfernt.

-          Für Kegelfreunde: Der Leiselheimer Hof verfügt über zwei Kegelbahnen mit Gastraum.

-          Für Radfahrer und Motorradfahrer: Das Hotel bietet sichere Plätze zum Unterstellen der      Zweiräder.



Kommentare:

  1. Klingt nach einem richtig schönen Kurztripp. Ich war leider noch nie am Kaiserstuhl, habe es mir aber genauso vorgestellt, wie auf deinen Bildern: Schön urig und gemütlich. :)

    Liebe Grüße,
    Sarah Maria

    AntwortenLöschen
  2. Genau so war es, Sarah Maria. Ich glaube einen Abend im Brunnenstüble und bei den Winzern könntest Du gut in deinem Blog verarbeiten. ;)

    AntwortenLöschen
  3. Ist ja witzig, dass der Stuhl so groß ist! Den muss ich nachher mal meinem Kind zeigen :)
    Ich wünsche dir viele Besucher am heutigen Kommentiertag!
    Liebe Grüße aus Brandenburg
    Jana und Aimee von Jaimees Welt

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Karin, ich lese seit länger Zeit Dein Blog und bin begeistert. Die Region Rund um Freiburg kenne ich sehr gut, da ich auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen bin und Freiburg immer eine Reise wert ist. Ich habe Dich zum liebsten Blog Award nominiert und freue mich über Deine Teilnahme.

    AntwortenLöschen
  5. Danke Steffen, für die lobenden Worte und die Nominierung zum liebste Blog Award.
    Meine Antworten sind bereits in Arbeit.

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Katrin,
    wir planen einen Wochenende verlängert im Kaiserstuhl...haben aber noch keine richtige Eingebung welcher der beste Ort ist. Hast du einen Tip? Wir reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln an und suchen ein Örtchen wo es viele Winzer bzw viel Wein gibt und es nette Lokale gibt und wo man radeln kann und schnell in Colmar sein kann.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Jahn Tini,
      Wein, Winzer und idyllische Radwege findet ihr natürlich überall am Kaiserstuhl. Leiselheim hat uns gut gefallen und ist mit Bahn und Bus oder Fahrrad gut erreichbar. Im Leiselheimer Hof stehen die Fahrräder sicher. Besucht unbedingt das Brunnenstüble. Wenn ihr einen etwas größeren Ort wollt, kann ich Endingen oder Sasbach ebenfalls Empfehlen. Ich wünsche euch viel Spaß und berichtet doch mal.

      Löschen

-->