Mittwoch, 2. Juli 2014

Kriebstein – Talsperre, Stausee und Burg

Lange schon stand ein Camping-Wochenende an der Kriebstein-Talsperre auf meiner Ausflugs-Wunschliste. Als wir dann endlich dorthin unterwegs waren, nahmen wir das graue, kühle Wetter aus dem heimischen Halle mit. Regenjacken, Zeltheizung, viel Bewegung und gute Laune halfen darüber hinweg. Schnell war unser Klappfix auf dem urigen Campingplatz am Ort Kriebstein aufgebaut, so blieb noch am Ankunftstag Zeit um die örtliche Burg zu inspizieren. Im Jahr 1384 erlebte die stolze Burg Kriebstein ihre Grundsteinlegung und wacht seit Jahrhunderten auf ihrem Felsvorsprung über das Engtal der Zschopau.

Die Burg überm Zschopautal



Burg Kriebstein zählt zu den schönsten Ritterburgen in Sachsen und hat schon einigen Filmen als Mittelalter-Kulisse gedient. 
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Wir betreten das historische Gemäuer durch das Torhaus, die Gaststätte mit dem vielsagenden Namen „Zum Hungerturm“ hat allerdings bereits geschlossen. Unter dem Dach des imposanten Wohnturms sind die hölzernen Balken des spätgotisches Dachwerks zu bestaunen, die unteren Etagen beeindrucken mit dem Kriebsteinzimmer und Möbeln der Adelsfamilie von Arnim. Uns zieht es auch in die Kellergewölbe sowie zum Brunnen, dessen Ausgrabung interessant dokumentiert ist





Der Stausee zu Füßen der Burg entstand ab 1927, denn die Sachsen wollten die Wasserkraft des Flusses in Strom verwandeln und schufen quasi neben bei ein idyllisches Erholungsgebiet. Nicht weit von unserem Standplatz ist der Heimathafen der fünf Fahrgastschiffe, der auch die Seebühne Kriebstein beherbergt. Unterwegs dorthin, sehen wir mutigen Kindern zu, die über Netzbrücken und schwankende Bohlen einen Parcours im Kletterwald absolvieren. Das benachbarte „Kriebeland“ mit Badezuber, Grillplatz und kasachischer Jurte verspricht ebenfalls viel Spaß.




Wanderweg mit Raubschloss, Wappenfelsen und Kunst


Beidseitig der neun kilometerlangen Talsperre führt ein Wanderweg entlang, Grund genug für einen Wandertag. Mal schlängelt sich der meist bewaldete Weg direkt am Ufer entlang, dann steigt er steil an und wird zum Höhenweg. Es geht sich gut auf dem Waldweg und wir erreichen bald das Bungalow-Dorf Falkenhain und rasten oben im Raubschloss Ringethal. Die künstliche Ruine ruht auf dem echten Fundament einer alten Burg, der Standort ist perfekt für einen umfassenden Blick über die Schlaufe der Talsperre.


Raubschloss Ringethal

Als Nächstes steuern wir den Fähranleger Ringethal an und setzten über nach Lauenhain, ein kurzer Besuch beim dort ansässigen Outdoorteam Unger weckt Erinnerungen an Paddelabenteuer. Wenn wir schon einmal hier sind, klettern wir natürlich den Wappenfelsen hinauf. Vor mehr als einhundert Jahren verewigten Studenten an dem Gestein das Wappen ihrer Korporation, heute ist er sozusagen ein Wahrzeichen Lauenhains. Jetzt beginnt ein felsiger Weg mit stetem Auf und Ab, so richtig nach meinem Geschmack, mit Wurzeln, Steinen und engen Stellen. Auf dem Rückweg zum Campingplatz passierten wir noch ein Stück des Kunstwanderweges und erfreuten uns an eigenwilligen Skulpturen, die dort als „Kunst am Wasser“ stehen.

Kriebstein-Stausee

Glücklicherweise haben wir genügend Proviant im Rucksack, denn an diesem regnerischen Vorsaison-Tag finden wir nichts zum Einkehren. Trotzdem kann ich den Rundweg nur empfehlen und die Wirtin der Gaststätte des Zeltplatzes bäckt leckeren Kuchen, der nach dem Wandern hervorragend schmeckt. Wer nicht den gesamten Weg laufen möchte, legt einen Abschnitt mit der Fähre zurück, die, von Mai bis Oktober, mehrmals täglich zwischen Kriebstein Hafen und Mittweida Aue pendelt.


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