Freitag, 6. Juni 2014

Unterwegs auf dem Grund des Meeres – Wandern zur Insel


Mein Blog ist heute bei der Blogparade, von Hinnerk Weiler und seinem Segel-Blounterwegs, die er anlässlich des Weltozeantages, dem 8. Juni veranstaltet.

Bei diesem Thema fühle ich mich sofort an den letzten Sommer erinnert, speziell an die schönen Urlaubstage in Ostfriesland. Ich bin ja begeisterter Bergwanderer, so schön die ostfriesische Küste auch ist, dort fehlen einfach Berge. So ganz aufs Wandern wollte ich jedoch nicht verzichten, wenn schon Urlaub an der Nordsee, dann auch Wattwandern. Allerdings wollte ich nicht einfach am Meeresrand entlang stapfen, vom Festland zur nächstmöglichen Insel sollte es gehen.

Die rund vier Kilometer Wattenmeer zwischen der Nordseeinsel und dem Festland sind, Ebbe vorausgesetzt, ein toller Spaziergang. Vernünftig wie ich bin, ging ich diesen Weg nicht allein, sondern schloss mich einem sehr erfahrenen Wattführer an. Er nahm mich mit, weil ich nicht herzkrank bin, mein Übergewicht nicht dramatisch ist und ich den geforderten Obolus bezahlte.


An diesem schönen Tag, angenehme Temperaturen, Sonne, wenig Wind, sammelten sich viele Wattwanderer im Hafen von Neßmersiel. Ausreichend Führer standen bereit, stellten optimalgroße Gruppen zusammen und gingen voran. Das Wasser zog sich pünktlich zur Ebbezeit zurück, wir liefen nach. Zunächst ging es im Gänsemarsch durch die Salzwiesen, die ja nicht bei jeder Flut unter Wasser stehen, knackiger, salzig schmeckender Queller wächst dort.



Dann betraten wir den Meeresboden, auf den ersten 1000 Metern machte der dicke Schlick das Laufen schwer. Nach der Springflut im Herbst wird der Schlick wohl weckgespült sein und 2014 haben die Wattwanderer einen bequemeren Weg. Am schwierigsten war es für die Turnschuhträger (der Wattführer hatte extra von dieser Fußbekleidung abgeraten). Mit meinen eng anliegenden Neoprenschuhen kam ich viel besser voran. Einige Mitläufer sind ganz ohne Schuhe, nur mit dicken Socken gegangen, ganz barfuß geht gar nicht, bei all den scharfkantigen Muschelschalen am Boden.



Spannend, auf seine ostfriesische Art, erzählte der Anführer von den Gefahren im Watt, von verirrten Seeleuten und Wanderern, die von der einsetzenden Flut überrascht wurden und ertranken. Er zeigte uns auch, was da alles auf dem Meeresboden lebt, sich bei Ebbe rechtzeitig verbirgt oder Vogelfutter wird. Wir liefen über die Häufchen des Wattwurmes, wateten durch knietiefe Priele, fanden Muschel und Pazifische Austern. Hinter uns sahen wir noch das Festland, vorn tauchten die Häuser von Baltrum auf, dazwischen wir, mitten auf dem Meeresgrund, wo zwei Stunden später meter hohe Wellen anrollen werden. Faszination Meer!

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