Montag, 19. Mai 2014

Unterwegs in Bad Schmiedeberg – Kneippen in der Dübener Heide

In Bad Schmiedeberg sind auffallend viele Menschen mit Gehhilfen unterwegs. Es sind meist Patienten der orthopädischen Klinik der Dübener Heide, die im Reha-Zentrum der Kurstadt behandelt werden. Seine Karriere als Heilbad begann der beschauliche Ort „Smedeberg“ 1878. Zunächst heilte oder linderte das Eisenmoor Gelenk- und Gliederschmerzen, später kamen zwei Heilwasser dazu. Seit 2007 trägt Bad Schmiedeberg das Prädikat „Staatlich anerkanntes Moor-, Mineral- und Kneippheilbad“.

In- und Outdoor-Kneippen

Kneippen dürfen in Bad Schmiedeberg nicht nur Kurgäste, die fünf Kneippbecken stehen Jedermanns Füßen und Armen, offen. Während der kalten Jahreszeit wird hinter der roten Klinkermauer des Kneipp-und Therapiezentrums gekneippt. Der Besucher genießt hier nicht nur die belebende Kraft des kalten Wassers, er atmet auch den würzigen Duft der Heilkräuter des Indoor-Gartens. Der Eintritt ist frei. Mit dem „Anwassern“ beginnt jedes Frühjahr die Freiluft-Kneipp-Saison in der Kurstadt. Dann werden auch die Outdoor-Kneipp-Anlagen befüllt und bleiben bis in den Oktober hinein, allesamt kostenlos, zugänglich.

Heilwasser am Trinkbrunnen



Im Zentrum des Kurgeschehens von Bad Schmiedeberg liegt die Kurpromenade mit Schwanenteich und dem Trinkbrunnen. Das Wasser, genau genommen die zwei Wasser, des Brunnens kommt aus dem tiefen Untergrund des Städtchens. Auf der einen Seite des Trinktempels spendet der Bad Schmiedeberger Kurfürstenbrunnen sein „radiumführendes fluoridhaltiges Natrium-Hydrogencarbonat-Sulfat-Wasser“, an der anderen Seite sprudelt das fluoridhaltige Heilwasser des „Margarthenbrunnens“. Einige trinken ihr Wasser direkt am Brunnen, bringen Tassen oder Becher mit, andere holen sich eine größere Ration mit dem Kanister, und Radwanderer füllen damit ihre Trinkflaschen auf.


Kurbad mit Jugendstil





Ein weiterer Anziehungspunkt der Kurpromenade, zumindest optisch, ist die prächtige Jugendstilfassade des Kurhauses. Es hebt sich stilvoll ab von den langweilig-modernen Gebäuden der jüngeren Rehakliniken und ist ein Wahrzeichen Bad Schmiedebergs geworden. Wer davor steht, sollte auch hineingehen, denn das Innere ist ebenfalls sehenswert. Mit leckerem Eis und gutem Kaffee lockt wenige Meter weiter die Eisdiele „Matteo“. Bei schönem Wetter ist es schwierig einen Platz direkt in dem Eiskaffee zu erhaschen. Besonders an den Wochenenden sitzen dann eisschleckende Einwohner, Kurgäste und Besucher der Stadt auf den Bänken der Kurpromenade.


Die Straße von der Promenade bis zum historischen Autor ist einen gemütlichen Spaziergang wert. Es heißt, vom Kirchturm bietet sich ein toller Blick über die Region, als ich hinauf wollte, war die Tür leider verschlossen. Bei meinem Rundgang durch Bad Schmiedeberg habe ich mich von einem Multicache leiten lassen, doch darüber berichte ich an anderer Stelle.

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