Freitag, 30. Mai 2014

Unterwegs auf dem Reideradweg in Halle, Teil 1

Unterwegs in der Delitzscher Straße fiel mir, mal wieder, das Schild „Reideradweg“ auf.


Wer Halle in östlicher Richtung verlässt, überquert fasst immer, meist unbemerkt, das Bächlein „Reide“. Denn der rund 14 kilometerlange Bach kommt aus Braschwitz und durchfließt den Osten der Stadt Halle bis er bei Osendorf in die Elster mündet. Schönes Wetter, meine Neugier auf diesen Weg und etwas Freizeit, lieferten genügend Gründe diesen Weg zu erkunden. Quellwärts oder oder zur Mündung war die Frage, kurz entschlossen lenkte ich mein Rad zunächst in Richtung Quelle, fuhr später zurück und weiter zur Elstermündung.

                                  Ein reizvoller Radweg in Halle


Der Radwanderweg führt durch landschaftliche Idylle, zeigt ungemütliche Fleckchen, lockt zu einem Eis bei Radsch´s und endet (oder beginnt) offiziell in Peißen, weit vor der Quelle. Mir sind die Abschnitte auf Feldwegen am liebsten, es gibt aber auch kopfsteingepflasterte und asphaltierte Passagen entlang des Baches. Brücken und Stege überspannen vielerorts das Bachbett, unter größeren Straßen, wie der B6 oder der B100 muss die Reide einen unterirdischen Weg nehmen. An manchen Stellen ist der Radweg gut beschildert, mal fehlen die Hinweisschilder gänzlich.

Idylle an der Reide zur Zeit der Fliederblüte



Für Rennräder ist der Reideradweg nicht geschaffen. Die Reifen meines Trekkingrades weisen ein vernünftiges Profil auf und sind gut mit Luft gefüllt, so macht die abwechslungsreiche Strecke Spaß. Wer kein Rad sein Eigen nennt, geht den naturnahen Weg durch die Großstadt zu Fuß. Der Bach zeigt sich oft als unscheinbares Rinnsal, ist mancherorts fast zugewachsen, dann wieder lädt er klar und frech zu einem Fußbad ein. 

Wer mich kennt, weiß, ich kann da nicht widerstehen. 







 Außerdem lockt die Wegstrecke entlang des Dieskauer Mühlteiches mit verschwiegenen Bänken zur Rast.

Im Umweltatlas der Stadt Halle habe ich gelesen, dass der Bachlauf der Reide nicht natürlichen Ursprungs ist. Einwanderer legten ihn im 12. Jahrhundert an, um das Sumpfgebiet zu entwässern.[1] Der Historiker Johann Christoph Dreyhaupt beschrieb im 1755 noch acht Fischteiche[2], die von der Reide gespeist wurden, möglicherweise zählen die in Dieskau erhaltenen Lautsch- und Hoffmannsteiche dazu. Der Bach gilt als ökologisch gesund, es sollen darin auch Forellen schwimmen, ich habe allerdings keine entdeckt.
Meinen Weg entlang der Reide werde ich im nächsten Post detailliert beschreiben.




[2] http://www.sternwarte-halle.de/Kanena/Die_Reide/die_reide.html


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