Sonntag, 25. Mai 2014

Geocaching und die Sprache



Anfangs, als ich mit Geocachern unterwegs war, hatte ich Mühe deren Sprache zu verstehen. Schuld waren und sind sicherlich meine mangelhaften Englischkenntnisse, aber auch die geheimnisvollen Kürzel. So langsam komm ich dahinter, was Tradi, Small, Muggel, Hasengrill und all die andern merkwürdigen Worte bedeuten. Klar war der Owner ist Eigentümer und loggen heißt eintragen in das Logbuch.

Was Muggel sind, konnte ich mir auch zusammenreimen, schließlich gelten bei Harry Potter die ahnungslosen, uneingeweihten Menschen auch als Muggel. Demnach ist ein gemuggelter Cache also von diesen Muggeln, absichtlich oder versehentlich, zerstört.

Es soll übrigens schon vorgekommen sein, das die Polizei einen Cache als gefährlich vermutet und entfernt hat. Mancherorts wirken die kleinen, diskret verborgenen Behälter als verdächtig. An anderen Stellen fallen den Anwohnern verdächtige Personen auf, die dort immer wieder herumlungern. Deshalb kann es nicht verkehrt sein, einen Geocache und sein Versteck als solchen zu kennzeichnen.

Dann hab ich gelernt, die verschiedenen Cacharten zu unterscheiden. Nu weiß ich: Ein Tradi ist ein Traditioneller, einzelner Cache, ein Mysterie steckt voller Rätsel und ein Multi besteht aus mehreren Stationen und endet am Final.

Wenn die Suche schwierig ist und ich einen zusätzlichen Hinweis brauche, suche ich den Hint. Diesen kann ich mit dem Code Rot 13 entschlüsseln. Allzu unbeholfene oder verzweifelte Suche verursacht so manchen unliebsamen Flurschaden, deshalb finde ich es manchmal vernünftiger den Tipp zu lesen.

Ein Spoiler ist ja gemeinhin als Spielverderber oder Spannungsräuber bekannt und damit auch unter Geocachern unerwünscht. Mitunter wird er jedoch zielgerichtet eingesetzt, denn Geocacher sollen keine Mauern einreisen, Grünanlage umgraben oder Ähnliches anstellen um den Cache zu entdecken. Das Spoilerbild der Cachebeschreibung beugt vor.

Natürlich werden auf einem Hasengrill keine Tiere gebraten, es ist ein Versteck, meist im Wald, das mit systematisch angeordneten Stöckern markiert ist.


Der Reisende ist ein Gegenstand mit einem Travelbug, also einem nummerierten Anhänger, der von Versteck zu Versteck reisen möchte. Meist liegen Travelbugs in „Travelbug-Hotels“ genannten Caches, werden mitgenommen und im nächst geeigneten Versteck wieder deponiert. Travelbugs sind oft mit einem Auftrag wie einer speziellen Reiseroute unterwegs. Der Geocoin geht auch auf Reisen, allerdings ist er nicht als Anhänger, sondern allein, mit oder ohne Auftrag unterwegs.

Inzwischen hab ich mir auch gemerkt:
Als Micro wird ein kleiner Behälter, wie eine Filmdose, angekündigt, in den gerade mal ein Logbuch und eventuell ein Stift hineinpassen. Noch kleiner sind die Nanocaches.

Die Größe eines Smalls liegt zwischen Regular und Micro.



Regular sind größere Dosen, mindestens groß genug für eine CD, darf auch viel größer sein. Dort finden sich oft Tauschobjekte, Coins und Travelbugs. Wer tauscht bitte immer gleich- oder höherwertig tauschen. Wer nichts tauscht, vermerke es im Logbuch.
Bei einem Fassungsvermögen von mehr als 20 Litern spricht man von einem Large, Munitionskisten oder Koffer eignen sich dafür. Sie bedürfen verständlicherweise ein aufwendiges Versteck und sind lohnende Ziele für Multis oder Mysterys.

Tipp für Anfänger: In den Geocaching Büchern von Markus Gründel steht alles, was Neulinge wissen sollten. Auch Erfahrene unter den Geocachern finden weiterführende Tipps, schließlich gilt sein erstes Buch inzwischen als "Bibel der Cacherszene". Erhältlich sind die Bücher der Outdoorreihe bei Amazon.


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